Iran – jetzt wird’s doch lebensgefährlich…

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  • Ein LKW-Fahrer, der Martin aus purer Freude über die Begegnung auf den Kopf küsste…
  • Unzählige Familien, die uns strahlend aus ihren Autos zugewunken und -gehupt haben…
  • Unmengen an Einladungen in die privaten Häuser oder Wohnungen der Iranis…
  • Die Polizisten, die uns nur anhielten, damit wir Tee mit ihnen trinken konnten…
  • LKW-Fahrer, die sich darum stritten, wer unsere Tankfüllung zahlen darf…

… um nur einige unserer Highlights der ersten beiden Dezemberwochen zu nennen.

Kurzum: wir waren absolut begeistert! Hinzu kamen sehr gute Straßenbedingungen, frisches Obst & Gemüse ohne Ende, Sonnentage ohne eine einzige Wolke am Himmel und viele weitere herzliche Begegnungen mit den Iranis.

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Im Ganzen Land zu finden: Spendenboxen
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Männer und Frauen benutzen nicht den gleichen Türklopfer – so weiß man anhand des Klanges im Hausinneren sofort, ob man weibliche oder männliche Gäste vor der Haustür stehen hat -> anhand der Form kann man jetzt natürlich noch raten, welcher Klopfer für welches Geschlecht ist…
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Auf dem Weg nach Kerman: die einzige runde Karavanserei des Landes: Zein-O-Din

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Mittlerweile hatten wir eine meist sichere Wasserquelle gefunden: Vorplätze von Moscheen

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Waschtag in der Wüste

Nachdem wir Yazd in Richtung Süden verlassen hatten, näherten wir uns Kerman und damit auch einigen Kraftwerken und Industriegebieten am Wegesrand. In Rafsanjan (Geburtsort des zu Beginn des Jahres verstorbenen Ex-Präsidenten Rafsanjani) kurz vor Kerman versuchte uns auf einer 4-spurigen Autobahn bei 100km/h ein Iraner im Auto neben uns durchs offene Fenster davon zu überzeugen mit zu ihm nach Hause zu kommen. Wir lehnten unzählige Male dankend ab, da wir noch bis Kerman weiter fahren wollten und der Fahrer rauschte zähneknirschend davon – aber wir sollten ihn noch wiedersehen…
In Kerman angekommen fanden wir einen Stellplatz etwas außerhalb in einem stillgelegten Steinbruch und erkundeten von dort aus die Stadt. Allerdings waren wir wohl einfach noch zu  überwältigt vom historisch geprägten Stadtbild von Yazd, sodass Kerman nur wenig Reiz auf uns ausübte und wir daher schnell in einem Restaurant landeten. Dort trafen wir auf zwei total nette Franzosen, die sich in Teheran ein Auto gemietet hatten und in Summe vier Wochen das Land bereisen wollten. Schnell stellte sich heraus das wir für die kommenden Tage ähnliche Pläne hatten und so tauschten wir Nummern miteinander aus.

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Als wir am nächsten Vormittag Kerman verlassen wollten, steuerten wir zunächst noch eine Tankstelle an und trafen auf ein bekanntes Gesicht: der 100km/h Mann aus dem Auto vom Vortag oder auch Ahmad, wie sich nach der Vorstellung herausstellte. Bei solch einem Zufall konnten wir die Einladung unmöglich nochmals ablehnen. Aufgrund Ahmad’s leider kaum vorhandenen Englischkenntnissen hatte er Martin bereits sein Handy ans Ohr gedrückt, wo ihm von Ahmad’s Schwägerin freundlich aber bestimmt erklärt wurde, dass wir nun seine Gäste seien. Auch das wir Emma dabei haben, bestätigte uns seine Schwägerin, sei überhaupt kein Problem, wir sollen ihm einfach folgen. So kam es, dass uns wenige Kilometer entfernt seine Frau Marjam herzlich in Empfang nahm und es zunächst Tee, Datteln und Pistazien gab. Wir unterhielten uns via Google-Translator und wenn es ganz undurchsichtig wurde, zogen wir alle Ahmad’s Schwägerin per Telefon zurate, die gerne beim Übersetzen half, jedoch einige Male selbst an ihre Grenzen kam. Nachdem wir gemeinsam gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg in einen nahe gelegenen Park. Die Iranis lieben ihre Gärten und verbringen dort viel Zeit zum Picknicken (es gibt wohl kein anderes Land, in dem mehr gepicknickt wird) oder zum Spazieren gehen. Ein Garten wird hier jedoch nicht mit einer perfekt getrimmten Rasenfläche, der Wäschespule, ein paar Kräutern und der Mauer zum Nachbarn verbunden, sondern ist ein oasengleicher Ort voller schattenspendender Palmen, fließendem Wasser und unterschiedlichsten Pflanzen und Bäumen. Während Emma in Ahmad’s Peugeot wartete, ließen wir uns durch den Park treiben. Anschließend fuhren wir zu einer nahegelegenen Moschee und schauten uns diese mit Marjam zusammen an, Ahmad bereitete draußen das Picknick für uns vor. Im ganzen Land finden sich unzählige Picknick-Areale: meist kleine pavillonartige Häuschen, in denen man den eigenen Teppich mit dem mitgebrachten Essen und Trinken ausbreiten kann. Allerdings reicht vielen auch ein Straßenrand, eine Verkehrsinsel oder das begrünte „Innere“ eines Kreisverkehrs – unser Highlight. 😉 Am Abend kam Marjam’s Bruder mit seiner Familie zu Besuch und schnell wurde uns auch von ihnen klargemacht, dass eine Weiterfahrt heute Abend zu gefährlich sei und wir unbedingt über Nacht bleiben müssen. Wir ließen uns gerne breitschlagen, denn wir fühlten uns so wohl und willkommen in dem Haus, in dem mittlerweile auch schon die Waschmaschine mit unserer Wäsche lief, und immer wieder betont wurde, dass wir uns wie zuhause fühlen sollen. Martin bekam eigens dafür eine viel zu große Jogginghose von Ahmad und bald stand der selbstgemachte Wein auf dem Tisch. Es war ein lustiger Abend, der damit endete, dass Ahmad mit Martin noch vor dem Fernseher blieb (um eine Sendung über australische Surferinnen zu schauen, die von den Ajatollahs bestimmt nicht freigegeben worden wäre…) bevor die beiden dort auf ausgebreiteten Matratzen schliefen und Marjam und ich uns ins Hinterzimmer zurückzogen. Das wir im Hänger übernachteten, war für die beiden ausgeschlossen und so schlief Emma im Auto, während wir uns im Haus für die Nacht einrichteten. Leider war aufgrund der Uhrzeit Ahmad’s Schwägerin nicht mehr erreichbar und so verständigten Marjam und ich uns nur mit Händen und Füßen. Jedoch legte Marjam endlich ihren Chador ab, sodass auch ich mein Kopftuch abnehmen konnte. So schnell ich mich auf der einen Seite bereits daran gewöhnt hatte, konnte ich es am Tagesende kaum erwarten das Kopftuch wieder abzunehmen. Natürlich kam Marjam bald auf das Thema Kinder zu sprechen, schon mehrfach war an diesem Tage die Frage gefallen, warum wir keine Kinder haben. Im Iran ist es das Natürlichste jung zu heiraten, Kinder zu bekommen und ein Familienleben zu führen, alle anderen „Zustände“ führen eher zu Verwirrung und Unverständnis. Auch wird die Frage keinesfalls als zu diskret gesehen, um sie nicht auch völlig Fremden zu stellen und so sahen wir uns an sehr vielen Tagen damit konfrontiert uns dafür zu rechtfertigen, dass wir noch keine Kinder haben – daraufhin mussten wir vielerorts versprechen doch das nächste Mal bitte mit Kindern in den Iran zu kommen. Da wir unsere „Eheringe“ jeden Tag trugen, kam die Diskussion glücklicherweise nicht noch aufs Heiraten, denn das hätte die meistens wohl auch zu sehr erschüttert – so unterschiedlich können Kulturen sein 😉 Da Marjam und Ahmad auch noch keine Kinder haben, wollten wir uns gar nicht vorstellen, wie hoch der Erwartungsdruck von Seiten ihrer Freunde und Familie wohl sein mag. Am nächsten Vormittag verabschiedeten wir uns schweren Herzens von den beiden und bekamen Unmengen an Pistazien, Datteln, Obst und Gemüse mit auf den Weg.

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Der Bagh-e Shahzadeh Garten nahe Kerman

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Leider etwas dunkel, aber in der Moschee ging es nur ohne Blitz
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Emma hat sich im Innenhof von Ahmad sichtlich wohl gefühlt und schnell versucht Eigentumsrechte geltend zu machen
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Abschied am nächsten Morgen – Ahmad noch im Schlafoutfit 🙂

Angekommen in der Lut-Wüste veränderte sich das Landschaftsbild zu unseren Seiten ständig – waren zu Beginn noch einige Palmen und Pflanzen zu sehen, hörte dies abrupt auf und wir waren umgeben von denen durch Erosion geschaffenen „Lut“, wie die namensgebenden Formationen in der Wüste genannt werden. Die Temperaturen hatten sich ähnlich drastisch verändert und waren zwischenzeitlich auf knapp 30 Grad angestiegen, so konnten wir noch bis tief in die Nacht draußen sitzen.

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Der Weg zur Wüste Lut, einer der heißesten (bis zu 70°C im Sommer) Flecken der Welt…
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Neben Lehm sind Palmenstämme Baumaterial Nummer 1
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Karawanserei in der Lut
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What else could you ask for?

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Wiedersehen in der Lut mit den supernetten Franzosen aus Kerman

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Am Rande eines Salzflusses, der ganzjährig durch die Wüste fließt

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Die östlichste Stadt, die wir in Iran bereisten, war Bam – etwa zwei Stunden von der pakistanischen Grenze entfernt und nahe der Region Sistan-Belutschistan, die aufgrund der Sicherheitslage von Ausländern nicht zwingend bereist werden sollte. Leider wird Iran aufgrund der Lage zwischen den Kontinentalplatten immer wieder von Erdbeben heimgesucht und ein besonders dramatisches ereignete sich 2003 in Bam: innerhalb weniger Sekunden verloren über 30.000 Menschen ihr Leben…
Und noch heute sind die Folgen fast überall in der Stadt spür- und greifbar – außerdem wurde mit der weltberühmten Arg-e-Bam die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen fast vollständig zerstört. Archäologen und Restauratoren machen seit 13 Jahren einen tollen Job bei der Wiederherstellung der riesigen Lehmstein-Zitadelle, dennoch besuchen nur noch wenige Touristen die Stadt. Wir blieben zwei Nächte und übernachteten in Akhbar’s Guesthouse, über das bereits der Spiegel berichtet hat (Link). Herr Akhbar hat sich nach seiner Pensionierung als Englischlehrer einen Traum erfüllt und ein eigenes Guesthouse eröffnet, welches er voller Stolz und mit Freude nach wie vor führt. Es dauerte nicht lange und das Gespräch kam auch auf den Tag des Erdbebens, das sein Guesthouse zerstörte und zwei Gästen und dem Sohn seines besten Freundes das Leben nahm. Im Laufe unserer Zeit im Guesthouse kamen immer wieder jüngere als auch ältere Männer vorbei, um zum Einen Englisch zu üben und mit uns Tee zu trinken (es spricht sich schnell herum, wenn Ausländer in der Stadt sind;-)) und zum Anderen um ihre teils sehr bewegenden Geschichten mit uns zu teilen.

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Arg-e Bam

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Essen konnten wir direkt im Guesthouse, wo wir von einer afghanischen Frau bestens vegetarisch und vegan bekocht wurden
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Typisch iranisches Frühstück

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Unser Stellplatz im Guesthouse von Mr. Akhbar

Was dann auf dem Weg nach Bandar-Abbas passiert ist, hat sich nicht nur währenddessen angefühlt wie in einem schlechten Film, sondern selbst jetzt noch, wenn wir uns daran erinnern…
Als recht harmlos können wir noch bezeichnen, dass uns zwei freundliche, wenn auch etwas seltsame Polizisten nach der Kontrolle unserer Papiere für über 40km mit Blaulicht folgten und sich auch von Pinkel- oder Tankstopps nicht abschütteln ließen. Wir verstanden einfach nicht, warum sie uns verfolgten / begleiteten und sie machten während der Pausen auch keine Anstalten uns ihr Verhalten zu erklären. Blöd war auch, dass uns keine Tankstelle Diesel verkaufen wollte, als wir gemeinsam mit den Blaulicht-Polizisten dort aufkreuzten…
Nur wenige KM nachdem das Polizeiauto dann endlich in eine andere Richtung gefahren war, fuhr uns im dichten Verkehr einer kleinen Stadt ein Auto in die rechte Vorderseite des Toyos – das Ganze passierte während wir standen und der andere Fahrer vor dem Einbiegen nicht nach links schaute und somit direkt in uns fuhr. In kürzester Zeit hatten sich über 30 Männer um uns gesammelt, die zumindest tatkräftig halfen die beiden ineinander verkeilten Autos zu trennen – der Peugeot hing irgendwie zwischen Stoßstange, Reifen und Radkasten bei uns fest. Der Fahrer war außer sich vor Aufregung und wir versuchten ihm klar zu machen, dass er derjenige ist, der soeben in ein stehendes Auto gefahren ist… leider vergeblich. Uns war nur klar, dass wir auf keinen Fall die Polizei hinzurufen wollten, denn wir wollten nicht nur stundenlanges Warten in irgendwelchen Behörden vermeiden, sondern wir hatten zudem schon oft gehört und gelesen, dass man im Zweifel als Ausländer immer den Kürzeren zieht. Da wir uns keiner Schuld bewusst waren und sich der Schaden an beiden Fahrzeugen augenscheinlich in Grenzen hielt, entschieden wir uns dazu weiterzufahren und kämpften uns durch die Menschenmassen.
Leider gibt es im ganzen Land unzählige nicht zu unterschätzende Speedbumps, sodass wir ständig abbremsen mussten und nicht wirklich vorwärts kamen. Es dauerte nicht lange und schon sahen wir den weißen Peugeot im Rückspiegel. Er raste an uns vorbei, machte einige Meter vor uns eine Vollbremsung, die fast zu einem weiteren Unfall geführt hätte, rannte wild fuchtelnd auf die Straße und auf uns zu. Wir konnten ihm gerade noch ausweichen und fuhren immer weiter stadtauswärts. Leider gab es keinerlei Möglichkeiten irgendwie abzubiegen und wir warteten schon darauf, dass der Verrückte bald wieder auftaucht. Wenige Sekunden später überholte er uns erneut, hielt wieder am Straßenrand an und öffnete seinen Kofferraum… heraus holte er einen Baseballschläger! Mittlerweile waren wir beide ziemlich angespannt und beim Versuch ihn zu umfahren, holte er aus und schlug mit voller Wucht auf die linke Seite vom Toyo. Aus Auflösung wurde langsam aber sicher Panik bei uns und während wir noch weiterfuhren, wurden wir uns bewusst, das wir nun dringend Hilfe benötigten, denn wir wollten nicht erfahren, wie der Fahrer uns als nächstes zum Anhalten bewegen würde. Wir dachten beide an Herrn Akhbar, der mit seiner ruhigen und gewissenhaften Art als der ideale Vermittler erschien, leider konnte ich seine Nummer nicht mehr finden und auch das Internet funktionierte nicht. Wir fuhren also rechts ran und kurz darauf parkte der vollkommen aufgelöste Fahrer vor uns und stand schreiend vor unserem Fenster. In einer Windeseile hatten uns weitere fünf oder sechs Autos eingeparkt und einer der Männer erschien als die ersehnte Hilfe – er nahm den vor Wut schäumenden Fahrer augenscheinlich beruhigend in den Arm und führte ihn von uns weg. Daraufhin schauten sich die beiden sein Fahrzeug an und dann kam der helfende Mann (im übrigen ganz in weiß gekleidet haha) zu uns zurück und gab uns mit einem netten Lächeln, einem „Go“ und entsprechendem Winken zu verstehen, dass alles geklärt war. Wir ließen uns nicht zweimal bitten und diesmal waren wir es, die davon rasten. Noch völlig geschockt von den Ereignissen hielten wir wenig später an, um die Schäden am Toyo zu begutachten: die Verkeilung des Peugeots hatte glücklicherweise „nur“ zu etwas Abrieb des Reifenprofils und einigen Kratzern an der Stoßstange geführt, wohingegen der Schlag des Baseballschlägers eine ordentliche Delle in der Dachreling hinterlassen hat. Zum Glück hat er die Scheibe der hinteren Tür um 2cm verpasst – puh!

Um diesen verrückten Tagen noch die Krone aufzusetzen, hatte Martin am folgenden Abend die „Freude“ in die Mündungen zweier Maschinengewehre zu schauen…

Nachdem wir in der Nähe von Bandar Abbas mit der Fähre (nach unendlicher Papierarbeit) auf die Insel Qeshm im Persischen Golf übergesetzt waren, fanden wir am späten Nachmittag, als es bereits dämmerte, einen nicht ganz optimalen Stellplatz in Strandnähe, der aber von einer nahegelegenen Piste einsehbar war. Am Abend, als es bereits dunkel war und wir ans Schlafen gehen dachten, hörten wir auf einmal wie ein Auto neben uns hielt und offensichtlich mehrere Männer ausstiegen, die sich mit lautstarker Unterhaltung und Gelächter bemerkbar machten. Wir waren müde, erschöpft von den Erlebnissen der letzten Tage und hatten kein Interesse an weiteren Gesprächen, deshalb stellten wir uns schlafend. Nachdem die Männer gefühlt ein paar Runden kichernd um unser Gespann gedreht hatten, klopften sie auf einmal an verschiedenen Stellen am Hänger und lachten noch mehr über Emmas Gebell. Wir waren zwischenzeitlich ordentlich genervt und wollten nur noch unsere Ruhe. Deshalb konnten wir es auch einfach nicht für ernst nehmen, als es von draußen auf einmal „Police“ und „Passport“ rief. So leicht lassen wir uns nicht veralbern und stellten auf stur. Nach wiederholtem Rufen antworteten wir, dass wir erst den „Police passport“ der Männer sehen wollten…  Daraufhin ertönte das typische Klicken von Waffen und Martin meinte, er macht jetzt doch mal das Rollo auf und schaut raus: „Fuck, das ist wirklich Militär!“. Als er die Hänger-Tür öffnete, wurde er von zwei auf ihn gerichteten Maschinengewehren und fünf unfreundlichen Militärs empfangen – die Stimmung war angespannt. Martin versuchte mit „Tourist aleman“ zu punkten und beeilte sich unsere Pässe aus dem Toyo zu holen. Nach der Passkontrolle entspannte sich zum Glück alles, die Militärs lachten, ob wir wirklich einen Hund dabei haben und ob wir sie tatsächlich nach ihrem Police Passport gefragt hätten… Im Nachhinein lernten wir, dass Qeshm eine Schmuggler-Hochburg ist (insbesondere Diesel) und deshalb verstärkte militärische Präsenz und Kontrollen versuchen das Problem in den Griff zu kriegen. Hätten wir das mal vorher gewusst…

Typisches Straßenbild entlang der Golfküste – irgendwo muss das Öl ja herkommen…

 

 

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Überfahrt nach Qeshm
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Ebbe am Persischen Golf

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„Turtle Beach“ im Südosten der Insel Qeshm – hier legen Riesenschildkröten im Frühling ihre Eier ab, ein Naturspektakel, das wir zu gerne miterlebt hätten

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Der arabische Einfluss und die Nähe zu den Emiraten sind nicht zu übersehen

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Die Hitze hat nicht nur uns zu schaffen gemacht 😉
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Fast die komplette Insel ist Wüstengebiet

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Salzhöhlen im Süden der Insel
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Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss…
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Im Hintergrund das Festland

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Chahkooh Canyon auf Qeshm

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Auch hier holten uns wieder hohe Temperaturen ein 😉
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Am Rande der Mangrovenwälder an der Nordseite der Insel

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Zurück auf dem Festland konnten sich diese beiden Herren schließlich dazu einigen, dass sie gemeinsam unsere Tankfüllung zahlen, etliche andere Trucker wurden von den beiden abgewimmelt 😉
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Ein klassischer 4-Sitzer…
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Am südlichsten Punkt unserer Reise angelangt
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Im Zagrosgebirge

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Letzter Stop vor Shiraz: der Ardashir Palast bei Firuzabad

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12 Kommentare

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  1. Jetzt hattet ihr so viele Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Kulturen und tappt dann doch in die Missverständnisfalle: im Iran ist das Einschlagen auf fremdes Eigentum, wie z.B. Fahrzeuge, mit stumpfen Gegenständen, wie z.B. Baseballschlägern, ein Zeichen von Wertschätzung. Ähnliches gilt für das Richten einer Waffe auf den Gegenüber: eine verbreitete Geste des Willkommens.
    Aber hey, jetzt wisst ihr es ja 😜!

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  2. Gerade auf euren Blog gestoßen wahnsinnig schöne Bilder und toll geschrieben. Eine Reise zu zweit in so einem Gefährt mit Hund klingt phänomenal! Weiter so!

    LG Oli von wasgesternwar

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  3. Wow, ihr drei haltet die Spannungskurve konstant oben, da bekommt man ja beim Lesen einen Adrenalineinschuss und feuchte Hände😬 bin froh, dass es euch gut geht und im Resümee zum Iran die vielen unglaublich schönen Erlebnisse hängen geblieben sind! Bin gespannt auf die nächsten Berichte zu Armenien und Georgien, die ersten Bilder sind schon der Hammer!

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  4. -Herzklopfen und Gänsehautgefühl zugleich- es einfach nur der Wahnsinn. Auch wenn ihr ein zwei unangenehme Begegnungen hattet, ist uns immer wieder eine große Freude eurem Abenteuer zu folgen. Genießt weiterhin die Zeit an diesen traumhaftschönen Orten und den wundervollen Menschen die sie mit Leben füllen. Fühlt euch fest umarmt.
    Daniel, Sophia und Frieda

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    • Die positiven Begegnungen und Ereignissen überwiegen bei uns zum Glück auch die verrücktesten Momente 😉
      Wir genießen die Zeit nach wie vor in vollen Zügen, auch wenn es sich langsam wirklich komisch anfühlt eher in noch kommenden Wochen statt Monaten zu sprechen…
      Drücker zurück an euch drei

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  5. Womotraumfänger 31. Januar 2017 — 1:28

    Hallo,da bin ich aber froh von Sabine, (einer Urlaubsbegegnung in Russland) Euren Blog bekommen zu haben. Spannend geschrieben mit wunderbaren Bildern sehr guten Links( Oliver und Seifen!) und macht uns (fast immer) Mut ,im Februar mit unserem Wohnmobil mindestens in den Iran zu starten. Noch fehlt uns das CArnet. Die Klautasche finde ich eine gute Idee, aber habt Ihr sie auch schon gebraucht? Achja und bei den Rezepten wäre ich auch noch neugierig wie z.b.der Bananenkuchen gemacht wurde oder Euer Brotrezept.. Werdet Ihr durch die Türkei fahren?Irgendwie sind wir da etwas ängstlich. Wir wollen über die Ukraine ,dann mit der Fähre nach Georgien, ,Armenien in den Iran. Nun wünschen wir euch gute Rückreise und sind gespannt, was Ihr noch alles so erlebt.Solltet Ihr noch spezielle Tipps haben ,würde ich mich sehr freuen. Wenn Rentner und Aussteigerin unterwegs sind, schreiben sie vielleicht auch einen Blog…… Wünschen Euch euch ein -der Weg ist das Ziel und wer sich gern überraschen lassen will, der muss reisen- viel Spass die Womotraumfängerin Angela

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    • Hallo Angela und wie schön von euch und euren Plänen zu lesen! Seid ihr jetzt schon gestartet und unterwegs? Die Schwarzmeer-Fähre hatten wir uns online auch angeschaut und als Rückfall-Option im Kopf. Haben uns aber entschieden zügig durch die Türkei zu fahren. In vielleicht zwei Wochen können wir euch sagen, wie es war… Georgien und Armenien sind faszinierende Reiseländer, wir sind total begeistert. Für den Iran können wir nur sagen, genießt die Gastfreundschaft, lasst euch Zeit, verlängert euer Visum vor Ort und nutzt die vollen acht Wochen! Lasst uns wissen, wenn ihr einen Blog schreibt und die fehlenden Rezepte werden wir noch ergänzen 🙂
      Viele Grüße aus Westgeorgien

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