Zu Besuch in der heimlichen Hauptstadt

Bildschirmfoto 2016-10-18 um 19.08.33.pngJe näher wir Almaty kamen, desto mehr Obst- und Gemüsestände und kleine Märkte waren am Straßenrand zu finden. Allerdings hatten sich die Dimensionen nochmals geändert: die übliche Maßeinheit „Eimer“ war nun „Säcken“ gewichen, die aus dem Kofferraum oder direkt vom LKW herunter verkauft wurden. Wir bestaunten das Treiben, kauften jedoch selbst nichts ein, da wir auch das ein oder andere Restaurant besuchen wollten. In Almaty angekommen fiel uns direkt die überall herrschende Ordnung und Sauberkeit auf, auch in den Vororten. Zudem war alles über und über grün – unzählige Parks und wunderbare Alleen, sowohl in den Wohngebieten als auch im Zentrum, aber alles videoüberwacht. Im Hintergrund der Stadt waren die schneebedeckten Gipfel der 4000er und 5000er zu sehen, ein unglaublicher Anblick, welcher uns auch entschädigte, wenn wir mal wieder im stets andauernden Stau der Stadt standen.
Natürlich wollten wir unsere drei Tage in Almaty auch nutzen, um uns mit Saltanat zu treffen, die uns noch viel über Land und Leute erzählen konnte. Sie hat Almaty und Astana mit St. Petersburg und Moskau verglichen – die Eine ist die wirkliche Hauptstadt und die Andere ist die geheime Hauptstadt. Lustigerweise haben wir somit sowohl Russlands als auch Kasachstans „geheime“ Hauptstädte besucht, nicht aber die offiziellen. Wobei uns Moskau definitiv mehr reizt als Astana – eine Stadt, die aus dem Nichts inmitten der kasachischen Steppe entstanden ist, um Almaty als Hauptstadt abzulösen… Wir nutzten unsere Zeit auch dafür Emma’s Decken und Kissen und auch unsere Schlafsäcke waschen zu lassen, da das mit unseren begrenzten Wasser-, Platz- und Trockenkapazitäten doch nicht ganz einfach ist. Zudem half uns Saltanat bei der Suche nach einer Zoohandlung, in der wir Essensvorräte für Emma aufstocken konnten und auch neue Spielzeuge kauften (selbst Spielzeuge für „extra starke Beißer“ halten bei Emma nicht lange durch…). Abgesehen von diesen organisatorischen Dingen nahmen wir uns auch ausreichend Zeit verschiedene Veggie-Café’s zu besuchen, durch die Straßen und Parks zu schlendern und auf den „Hausberg“ der Stadt zu fahren: Shymbulak. In nur 20 Minuten erreicht man vom Stadtzentrum die Seilbahn / das Sportzentrum Medeo und von dort bringen einen die Gondeln in 20 Minuten zum Ausgangspunkt der Wintersportanlage. Im Sommer kann man die Hänge zum Mountainbiken nutzen und im Winter (November – Mai) kann man Ski- und Snowboardfahren – und das mit einem tollen Blick auf die Stadt.
Mangels Alternativen und aufgrund der enormen Dimensionen der Stadt entschieden wir uns dazu beide Nächte in der Nähe eines großen Einkaufszentrums (der Name MEGA Mall war mehr als passend…) zu verbringen. Es gab dort einen kostenfreien, ruhig gelegenen Parkplatz und niemand störte sich an uns… Außerdem konnten wir die Vorzüge der Mall nutzen: Wifi, Sanitäranlagen und jeden Morgen konnten wir frisch gepresste Fruchtsäfte kaufen – ein Traum! Das Wifi war auch sehr hilfreich zur Veröffentlichung eines Blog-Eintrags, da unglücklicherweise von den kasachischen Mobilfunkanbietern die Einrichtung eines Hotspots unterdrückt wird (zwischenzeitlich können wir das gleiche von den kirgisischen Providern berichten) – das hatte in Russland und der Mongolei sensationell gut funktioniert…

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Im Inneren der MEGA Mall

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Wiedersehen mit Saltanat 🙂

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Auf dem Weg zum Shymbulak

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Tierfreundliche Gondelbetreiber – ob Hund, ob Adler, …

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Morgendliche Überzeugungsarbeit um Emma aus dem Hänger zu bewegen 😉

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In unseren drei Tagen in Almaty kamen wir wieder in den Genuss von enormen Temperaturschwankungen (15 – 20°C Differenz innerhalb kurzer Zeit) und dazu Regen, strahlender Sonnenschein und Nebel. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hat uns die Stadt in ihren Bann gezogen – die Menschen sind unkompliziert und hilfsbereit und es herrscht eine gute Balance aus „Großstadt-Gefühl“ in Verbindung mit sehr viel Grün und nahegelegenen Naturparks.
Unglaublich anstrengend war aber der Verkehr – unseres Erachtens nahe dem Infarkt. Wir brauchten mehr als 4h um das Stadtgebiet zu verlassen und dabei schlappe 20km zurückzulegen. Hinzukommt, dass man sehr progressiv fahren muss, da man sonst ständig abgedrängt wird… Die 250km bis zur kirgisischen Hauptstadt Bishkek, die nur wenige Kilometer hinter der Grenze liegt, waren zwar in einem sehr guten Zustand, aber durch den Verkehr bedingt, entschieden wir uns kurzfristig dafür doch noch eine Nacht in Kasachstan zu verbringen und zudem nicht im Dunkeln in Kirgistan anzukommen und nach einem passenden Stellplatz suchen zu müssen.

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Typischer Rastplatz
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Da weiß man jeden Liter Wasser zu schätzen 😉
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Besuch am letzten Morgen in Kasachstan

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