Reiseplanung 2.0…. oder: wie man irgendwie dann doch noch alles erledigt (Kaffee hilft!).

Zu Beginn unserer Planung hatten wir endlose Aufgaben und To-Do’s im Kopf und die Planung erschien fast schon wie ein zweiter Vollzeitjob. Um zu vermeiden, dass die Reisevorbereitung diesen Umfang dann tatsächlich einnimmt, haben wir rasch Aufgaben verteilt und diverse Aufgabenlisten geschrieben. Martin war hier mehr für den technischen Bereich, unser Equipment (bis auf die Klamotten) und auch das Fahrtraining zuständig und ich habe mich den organisatorischen Themen, wie der Visabeantragung, den notwendigen Impfungen und Tierarztterminen mit Emma und u.a. den notwendigen Klamotten beschäftigt.

Im Folgenden findet ihr eine zeitliche Übersicht, wann in etwa wir die jeweiligen Themen angegangen sind:

9 Monate vor Abreise:

  • Verkauf von Martins geliebtem VW Bus und der dann mögliche Kauf eines Toyota Land Cruisers und des Lapp Trailers
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verkaufter VW-Bus

Da der Markt an Fahrzeugen, die zum Einen unseren Anforderungen und zum Anderen auch unserem Budget entsprechen sollten, nicht riesig war, war dies einer der ersten großen Schritte für die Reise. Außerdem wollten wir uns rechtzeitig mit dem Auto vertraut machen, evtl. Schwachstellen beheben und natürlich ausgiebig testen. Martin hatte bereits sehr viel früher angefangen, nach geeigneten Fahrzeugen zu suchen und eigentlich waren nur Defender und Land Cruiser in der engen Auswahl. Schlussendlich ist es ein bereits fernreiseerprobter Land Cruiser KJ95 geworden, der uns als bester Kompromiss erschien.

Die Entscheidung für einen Lapp Trailer wurde uns leicht gemacht, da wir einen gebrauchten Trailer von 2010 aus erster Hand von einer supernetten Familie im Schwarzwald erwerben konnten. Hier waren Timing und Zufall unsere beste Freunde, da die Anzahl gebrauchter und bezahlbarer Lapps auf dem Markt mehr als überschaubar ist.

Mehr zu den fahrzeugtechnischen Details und unseren Entscheidungskriterien findet ihr hier.

Abschließend ist zu sagen, dass wir bei den unterschiedlichsten Kontakten zum Kauf und Verkauf der Fahrzeuge so viele nette Menschen kennengelernt haben, das es uns eine reine Freude war.

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Toyo und Hänger kurz nach dem Kauf

7 Monate vor Abreise:

  • Beginn des Russisch-Sprachkurses

Um ein paar Grundlagen der russischen Sprache vorab zu erlernen, war für uns ein Sprachkurs ein absolutes Muss. Nicht nur um Straßenschilder entziffern und sich rudimentär verständigen zu können, sondern auch um sich der russischen Kultur etwas zu nähern – schließlich haben wir auch begonnen Tolstoi und Dostojevski zu lesen 🙂 Jetzt, nach knapp 5 Monaten, können wir alle Buchstaben lesen (zumindest die Druckbuchstaben….) und ein wenig sprechen. An der Stelle ganz liebe Grüße an Natali und unsere Sprachkursgruppe an der VHS Heilbronn.

Wir planen in Russland noch einen Intensivkurs zu besuchen, vielleicht in St. Petersburg oder Moskau, bevor es Richtung Sibirien geht.

  • Einzug unserer Hündin Emma

Nachdem wir bereits über den Sommer hinweg Emma immer wieder im Tierheim besucht hatten und sie die letzten Sonntage vor ihrem Einzug komplett mit uns verbracht hatte (unter anderem, damit sich unsere beiden Katzen langsam an sie gewöhnen konnten – und andersherum), war es Ende September endlich so weit! Emma zog zu Beginn unseres Sommerurlaubes bei uns ein, sodass wir während ihrer ersten Tage und Wochen im neuen Zuhause so viel Zeit mit ihr verbringen konnten, wie nur irgendwie möglich.

Emma als eine ,,Aufgabe“ zu nennen, wird der Sache natürlich nicht gerecht. Daher kurz zum Hintergrund: Es war schon langer unser Traum einen Hund zu haben, deshalb waren wir uns prinzipiell schnell einig, dass uns auf einer solchen Reise auf jeden Fall ein Hund begleiten wird. Um uns frühzeitig aneinander zu gewöhnen und ausreichend Zeit für die Hundeschule zu haben, wollten wir Emma spätestens 6 Monate vor Abreise zu uns holen.

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Emma
  • Konkretisierung der Reiseroute

Der Einzug von Emma brachte auch Änderungen der geplanten Reiseroute mit sich, denn einen 4-wöchigen Aufenthalt in chinesischer Quarantäne wollten wir ihr definitiv ersparen. Vom ursprünglichen Plan bis nach Vladivostok und ggf. weiter Richtung Südostasien zu fahren (mit der Option zurückzufliegen und das Auto zu verschiffen), sind wir somit wieder abgekommen. Details zur geplanten Route findet ihr hier.

  • Unterbringung von unseren Katzen Dina und Irma

Jeder, der selbst Tiere hat, kennt es: man geht erst beruhigt in den Urlaub, wenn man weiß, dass es auch den Tieren gut geht und sie gut versorgt werden, während man sich selbst die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Wenn man dann auch noch plant, ein Jahr unterwegs zu sein, werden die Betreuungspläne doch etwas komplizierter. Es stand außer Frage, dass die beiden nach unserer Rückkehr wieder zu uns zurückkommen. Da unsere Katzen selbst nicht viel Wert auf die Anwesenheit der jeweils Anderen legen, haben wir für beide nach einer ,,Pflegefamilie“ Ausschau gehalten. In der Zwischenzeit sind wir sehr glücklich und dankbar, dass zum einen unsere Freunde Sarah und Gille Dina bei sich aufnehmen werden und zum anderen unsere lieben Nachbarn Gertraud und Hans Irma ein Jahr lang Unterkunft gewähren, sodass Irma sich sogar nur an eine neue Haustür und an neue Dosenöffner, nicht aber an ein neues Revier gewöhnen muss. Vielen, vielen Dank schon mal an euch alle!

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Irma

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Dina

5 Monate vor Abreise: 

  • Besuch der Hundeschule mit Emma

Nach der Eingewöhnungsphase von Emma haben wir uns schnell für die Hundeschule von Roland entschieden. Wir waren auch schon zuvor mit Roland in Kontakt und konnten von seinen Erfahrungen nur profitieren. Wichtig war uns vor allem, dass wir Emma ein paar Grundbefehle beibringen und sie gut abrufen können – denn wer weiß, welche Fährten und Tiere uns in Sibirien, der Mongolei und all den anderen Ländern begegnen.

  • Verkauf von Möbeln, Fahrrädern (nur das Rennrad!), Skiern, Büchern, Lampen und sonstigen Dingen, die wir nicht mehr benötigen

In unserer Wohnung und dem Keller hatte sich dann doch so einiges angesammelt, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, soviel wie möglich zu verkaufen. Zum einen wollten wir damit unsere Reiskasse aufbessern, zum anderen wollten wir die Dinge loswerden, die schon zum zweiten Mal mit uns umgezogen waren und die wir nie genutzt hatten. Da mit diesem Auszug kein neuer Einzug in eine Wohnung verbunden ist, sondern die Frage ,,wo stellen wir eigentlich unsere ganzen Sachen unter?“, hat uns dabei definitiv geholfen (schwer ist es trotzdem….). Erfolgreich genutzt haben wir hierzu vor allem Ebay Kleinanzeigen und im Vorfeld das Umhören im Freundes- und Bekanntenkreis. Bücher, CDs und DVDs haben wir hauptsächlich über rebuy und momox verkauft.

  • Aussortieren von Klamotten und alten (Studien-) unterlagen bis hin zu Geschirr

Mit dem Aussortieren haben wir ebenfalls schon sehr früh begonnen. An der Stelle haben wir auch bewusst in Kauf genommen die letzten Wochen in einer weniger gemütlichen (beziehungsweise dann doch eher kargen;)) Wohnung zu leben, haben aber dafür hoffentlich weniger Aufwand mit dem finalen Auszug. Manche Dinge sind tatsächlich im Müll gelandet (nur, wenn es nicht anders ging), andere konnten wir u.a. an Flüchtlinge spenden und andere wiederum haben wir über Ebay Kleinanzeigen an Selbstabholer verschenkt. Eigentlich können wir jedem nur empfehlen ab und an auszusortieren (ob ein Auszug ansteht oder nicht), vor allem wenn ihr (wie wir!) eher zu den Menschen gehört, die dazu tendieren, so manches aufzubewahren, denn ,,irgendwann braucht man das ja bestimmt“:).

4 Monate vor Abreise: 

  • Abschließen der Auslandskrankenversicherung

Ja, es gibt so viele Dinge, die mehr Spaß machen, als sich mit Versicherungen zu beschäftigen. Aber vor einer solchen Reise kommt man um dieses Thema natürlich nicht herum. An erster Stelle stand hierbei eine Auslandskrankenversicherung: die Preise lagen zwischen 400 und über 1200€ pro Person für das ganze Jahr – eine ordentliche Differenz. Dementsprechend haben wir die Versicherungsbedingungen durchforstet: wollen wir gegen terroristische Angriffe versichert sein, wie schaut es mit Kernenergie aus, wie verläuft der Rücktransport im Fall der Fälle und und und. Schlussendlich haben wir uns für eine mittelpreisige Versicherung entschieden – nicht zu vergessen: diese muss auch explizit auf der Liste des russischen Konsulates aufgelistet sein, denn dort werden nicht alle Versicherungen anerkannt.

  • Beantragung der erforderlichen Visa

Glücklicherweise benötigen wir auf unserer Route nur zwei umfangreichere Visa: eines für Russlands, das andere für den Iran. Alle anderen Länder sind meist zwischen 10-30 Tage visafrei für deutsche Staatsangehörige. Nach anfänglichen Überlegungen haben wir uns für eine Agentur entschieden, die uns bei den Formalitäten unterstützt, d.h. Einladungen (Russland) bzw. Referenznummern (Iran) beantragt, sich mit den jeweiligen Behörden auseinandersetzt und uns vor allem zu gegebener Zeit unsere Reisepässe hinterherschickt. Das wird für die Visa für den Iran notwendig sein, die wir erst drei Monate vor Einreise beantragen können. Deshalb haben wir in der Zwischenzeit auch einen zweiten Reisepass, der uns dann nachgesendet wird – auch hier kann es kompliziert werden, denn nicht in jedes Land dürfen Pässe versendet werden. Ihr merkt schon, es gibt einiges zu beachten und es ist gut hierbei von Profis einer Agentur unterstützt zu werden.

  • Kündigung der Wohnung und Auflösung von sonstigen Verträge und Abos

Zu Beginn des Jahres informierten wir auch unseren Vermieter über den geplanten Auszug Mitte April. Außerdem kündigten wir die letzten Abos und Verträge, die wir noch hatten – dazu gehörten zum Beispiel Internet- und Telefonverträge, aber auch Zeitschriftenabos. Bei anderen Versicherungen, wie unserer Haftpflicht- oder Hausratversicherung sind wir aktuell noch am Klären, ob auch ein Aussetzen der Beiträge möglich ist, sodass wir nach unserer Reise nicht alles neu beantragen müssen.

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Das war eine grobe Übersicht über all die Themen, mit denen wir uns die letzten Monate intensiv beschäftigt haben und es in Teilen noch immer tun. Viele weitere Themen sind zeitlich schwieriger einzuordnen, dazu gehören unter anderem auch die jeweiligen Einreisebestimmungen (neben der Visa) für die verschiedenen Länder. Und das nicht nur für uns, sondern auch für Emma, mitgeführte Lebensmittel und unser Fahrgespann. Aber auch die Themen Impfungen und Reiseapotheke stehen noch im Raum. Hier berichten wir in nächster Zeit gerne noch mehr.

Bis dahin ….

Ein Kommentar

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  1. Günther-Engel Nicole 2. März 2016 — 21:02

    Wir sehen uns nochmal …und dann geht es los !!!👍🏼 LG Nicole

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