Willkommen in Wuffbekistan

…. diesen schlechten Wortwitz k├Ânnen wir uns einfach nicht verkneifen, denn unsere Tage in Buchara waren wohl die hundefreundlichste Zeit seit langem – sozusagen Emma- Primetime. 


Am 15. November erreichten wir Buchara, eine weitere pr├Ąchtige und geschichtstr├Ąchtige Stadt der Seidenstra├če, und beim Einchecken im Hostel Rumi waren wir schnell nur noch nebens├Ąchlich, denn die ganze Aufmerksamkeit von Besitzer Behruz konzentrierte sich auf Emma. Und wenn Emma so herzlich und mit offenen Armen empfangen wird, f├╝hlen wir uns nat├╝rlich auch direkt heimisch. Emma bekam s├Ąmtliche Privilegien, die man sich nur vorstellen kann: sie durfte frei im Innenhof herumtoben, wurde von der ganzen Familie ausgiebig gestreichelt und geknuddelt und durfte sogar mit in die K├╝che um st├Ąndig Leckereien abzustauben – einfach Wahnsinn!
Behruz hatte bis vor wenigen Monaten noch selbst einen Hund zur Pflege, in den sich die ganze Familie verliebt hat und es allen das Herz brach, als er wieder zu seinem urspr├╝nglichen Besitzer zur├╝ckkehrte. Generell ist das Halten von Hunden, so wie wir es aus westlichen Gesellschaften kennen, eine absolute Ausnahme in Usbekistan. F├╝r uns war es eine Wohltat unter Hundefreunden zu sein und so nahm uns Behruz auch gleich mit in die Altstadt, erkl├Ąrte allen Fu├čg├Ąngern, dass wir seine G├Ąste aus Deutschland seien und einen deutschen Hund dabei haben und zeigte uns die Stadt. Und zwei Fragen wurden uns in Usbekistan tats├Ąchlich unwahrscheinlich oft gestellt: ob Emma denn wirklich aus Deutschland komme und vor allem auch, ob sie einen Pass und g├╝ltige Papiere habe… 

Innenhof vom Rumi, das selbstverst├Ąndliche Revier von Emma
Neben uns vorm Rumi parkt ├╝brigens Linda, eine junge Schweizer Radreisende, die sich tats├Ąchlich in Kirgistan eine neue Buhanka gekauft hat und diese mit in die Schweiz nimmt – hach, so ne Buhanka k├Ânnte uns auch richtig gut gefallen!

So kam es, dass wir Emma seit Langem mal wieder mit in den Au├čenbereich eines Restaurants nehmen konnten und unglaublich vielen weiteren Hundefreunden begegneten. Ein Messerschmied in der Altstadt streichelte sie ausgiebig, verschwand dann kurz, um mit einer Wurst zur├╝ckzukommen, die er f├╝r sie mit einem seiner Messer klein schnitt – ein wahres
Verkaufstalent ­čÖé 

Ein weiterer Usbeke wollte sie unbedingt an der Leine f├╝hren und schritt stolz mit ihr ├╝ber den Vorplatz des Kalon-Minaretts, bevor er ihr zum Abschied einen Kuss auf den Kopf dr├╝ckte. Da Buchara eine ├╝bersichtliche Altstadt hat und die Hauptsaison bereits verstrichen war, kannten uns schon am zweiten Tag s├Ąmtliche Verk├Ąuferinnen und Verk├Ąufer und Emma wurde aus vielen Ecken mit ihrem Namen gerufen und wir mussten anhalten, damit sie ausgiebig gestreichelt werden konnte. Sowas haben wir wirklich noch nicht erlebt! Sobald wir von unseren Erkundungstouren wieder ins Hostel kamen, verschwand sie selbstredend in der K├╝che, wo sich BehruzÔÇÖ Mutter r├╝hrend um sie k├╝mmerte, sprich: sie f├╝tterte ­čśë
 

Wir blieben drei Tage in dieser faszinierenden, wundersch├Ânen Stadt, die uns in ihren Bann zog. Unseres Erachtens ist die ganze Stadt sehenswert und besteht aus unz├Ąhligen, alten Lehmgeb├Ąuden und reich verzierten Moscheen und Medresen. 

Die halbrunden Dachgew├Âlbe dienen ├╝brigens der Klimatisierung und sollen die hei├če Luft sammeln
Der wundersch├Âne Innenhof der Moschee
Es werden viele handgefertigte Textilien aus verschiedenen Kooperativen angeboten

Urspr├╝nglich wollten wir die letzte Nacht zwischen Buchara und der usbekisch-turkmenischen Grenze ├╝bernachten, die Suche nach einem einsamen Campingplatz im bev├Âlkerungsreichsten Staat Zentralasiens ist jedoch nicht zu untersch├Ątzen wie wir nach unserer Einreise schon lernen mussten. Kurzum verl├Ąngerten wir um eine weitere Nacht im Hostel Rumi, um von dort aus am Morgen des 18. Novembers zur turkmenischen Grenze zu fahren. Sp├Ątestens am 22. November mussten alle Touristen das Land verlassen, da am 4. Dezember Neuwahlen anstanden und erstmalig nach der 25-j├Ąhrigen Amtszeit von Islam Karimow ein neuer Pr├Ąsident gew├Ąhlt wurde – wie wir zwischenzeitlich wissen hat Shavk├ít Mirziyoyev die Wahl gewonnen.

Unsere „Out of season -Reisegruppe“ – Anja (vorne links) aus Berlin und Adriano (Mitte) aus Portugal hatten wir bereits in Samarkand und in Karakol getroffen, Violet (hinten links) aus Malaysia ist mit dem Fahrrad unterwegs und hinten rechts Behruz, der Hostelpapa
Das usbekische Essen ist sehr lecker und bietet einige vegetarische und vegane Optionen
Okay, wir haben kein einziges Mal selbst gekocht in Usbekistan
Traditionelle Teestube im Herzen der Stadt – und wir durften auch hier sogar Emma mit reinbringen

Wir k├Ânnen nach unserer leider viel zu kurzen Zeit in Usbekistan nur sagen, dass uns das Land wahnsinnig gut gefallen und uns total ├╝berrascht hat: die unglaubliche Herzlichkeit der Menschen, leckeres Essen und die vielen geschichtstr├Ąchtigen und wundersch├Ânen St├Ądte entlang der Seidenstra├če haben uns die knapp acht Tage unvergesslich gemacht. So kommt es nicht ├╝berraschend, dass wir uns dar├╝ber ge├Ąrgert haben, von unserem urspr├╝nglichen 30-Tage-Visa nur einen Bruchteil nutzen zu k├Ânnen, aber wir hoffen es war nicht unser letzter Besuch in diesem Land. Wenn auch hoffentlich der letzte mit notwendigen Visa, denn eine der ersten Amtshandlungen des neuen Pr├Ąsidenten war die Aufhebung der Visapflicht ab April 2017. Wer also noch nicht wei├č, wohin die n├Ąchste Reise gehen soll…

14 Kommentare

Gib deinen ab →

  1. Hallo Emma,
    und nat├╝rlich auch Martin und Pia.
    Nach diesem Feedback h├Ątte Emma nat├╝rlich alle Chance auf das Pr├Ąsidentenamt in Wuffbekistan gehabt.

    Bin schon total auf euren Bericht ├╝ber den Iran gespannt. Halte das ja f├╝r eines der L├Ąnder ├╝ber die wir hier das falschestes Bild halten.

    Viel Spa├č freue mich auf tolle Geschichten.

    Gef├Ąllt 1 Person

    • Hey Nico,
      Haha Emma w├Ąre sofort am Start gewesen, wir wollen uns gar nicht die Gesetzes├Ąnderungen vorstellen ­čśë
      Absolut, wir haben es auch w├Ąhrend unserer Planung gemerkt als leider immer wieder die Frage aufkam: „Warum wollt ihr in den Iran?“. Die Iranis selbst wissen um das schlechte Bild ihres Landes und machen sich viele Gedanken dar├╝ber… Keine Ahnung, wie oft wir schon gefragt wurden: „What do you think about Iran?“
      Wir berichten bald ausf├╝hrlicher und mit Bildern. ­čśŐ
      Frohe Weihnachten! ­čÄä

      Gef├Ąllt mir

  2. Hallo ihr Lieben, eine Schweizerin kauft eine Buhanka in Kirgistan…….., da kommen wieder Erinnerungen an unsere Fahrt mit der Buhanka auf Olchon auf. Ihr h├Ąttet ja auch am liebsten sofort „Eine“ gekauft !
    Der gelbe Moskwitsch sieht auch genial aus, kennen wir noch von fr├╝her :-), ein bi├čchen ist die Zeit dort doch stehen geblieben! Macht einfach Spa├č eure Bilder anzuschauen, bekommt man schon Lust……
    Bin auf die Autos im Iran gespannt.
    Passt auf euch auf!
    Liebe Gr├╝├če Hartmut und Sylvia

    Gef├Ąllt 1 Person

  3. In Wuffbekistan m├Âchte man Tier sein!

    Gef├Ąllt 1 Person

  4. Liebe Pia, lieber Martin,
    in Eurem Bericht Tausend und eine Nacht, habt Ihr in Eurem Kommentar zu meinem Kommentar geschrieben: „Wir freuen uns auf Neuigkeiten hinsichtlich deiner Pamir-Tour“. Jedoch nach Eurem Bericht ├╝ber Wuffbekistan, sehe ich eigentlich keinen Grund mehr ├╝ber den Pamir zu radeln, stattdessen lasse ich mich lieber wie Emma verw├Âhnen! Ein dickes Fell hab ich ja eigentlich schon, jetzt muss ich nur noch bellen, die Zunge heraush├Ąngen lassen und mit dem Schwanz wedeln…. Aber an die Leine lass ich mich nicht so gerne nehmen, also vielleicht doch rauf auf’s Rad!
    Meine Pl├Ąne bez├╝glich der Pamir-Radtour stecken noch tief in den Kinderschuhen. Heute hab ich die Idee gehabt, mit dem Orient-Express von Frankfurt nach Istanbul zu reisen und den Rest der Strecke zu radeln.
    Im Internet habe ich die Homepage der Bahn aufgerufen und die Bahnreise nach Istanbul eingegeben und tats├Ąchlich ein Ergebnis erhalten. Wenn ich jedoch ein H├Ąkchen bei Fahrradmitnahme mache, bekomme ich die R├╝ckmeldung: „Die Anfrage ist zu komplex“.
    Aber so schnell gebe ich nicht auf!
    Und warum alleine nur den Pamir-Highway mit dem Fahrrad, dass ist doch eh was f├╝r Warmduscher, also setz ich noch einen drauf und radle anschlie├čend noch den Karakorum-Highway! Freut Euch dann auf meine Ansichtskarte aus Indien…
    Wie lange hat Eure Reiseplanung eigentlich gedauert?
    Jetzt „Google“ ich gerade Tadschikistan – wo liegt das eigentlich?

    Gef├Ąllt 1 Person

    • Lieber Ren├ę,
      Haha es l├Ąsst sich auch als Mensch ganz gut in Usbekistan aushalten ­čśë
      Bez├╝glich deiner Tourenplanung: ob es die Route ├╝ber den Pamir oder gar den Karakorum-Highway wird, beide haben absolut ihren Reiz und wir freuen uns ├╝ber Postkarten aus Indien genauso wie aus der Tadschikistan oder China. Unsere Reiseplanung hat circa ein Jahr beansprucht, wobei die letzten Wochen die intensivsten waren und wir uns erst kurz vor der Einreise in die jeweiligen L├Ąndern n├Ąher mit den Gegebenheiten vor Ort (au├čer Visa) besch├Ąftigt haben. F├╝r dich ist es bestimmt leichter, da f├╝r die Einreise mit dem Fahrrad keine oder nur sehr wenige Dokumente notwendig sind & du dir vor Abreise wahrscheinlich nicht noch einen Hund als Begleiter zulegst ­čśť
      Wir hoffen du bist gut in das neue Jahr gestartet und w├╝nschen dir nur das Beste f├╝r 2017 – viel Spa├č bei der weiteren Tourenplanung.

      Gef├Ąllt mir

  5. Hallo Pia und Martin,
    Wir w├╝nschen euch zusammen Frohe Weihnachten,
    und ein gutes neues Jahr 2017 !

    Liebe Gr├╝├če
    Lukas und Felix Tante Doris und Onkel Albert

    PS: Auch viele Gr├╝├če an Aline und Franz

    Gef├Ąllt 1 Person

    • Hallo ihr lieben Vier,
      Eure Gr├╝├če haben uns in der W├╝ste bei Yazd erreicht und wir haben ein etwas anderes Weihnachten als sonst verbracht, jedoch nicht minder sch├Ân­čśŐ
      Wir hoffen ihr hattet ebenfalls tolle Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Von Onkel Albert’s Reisepl├Ąnen haben uns Aline und Papa ebenfalls berichtet – sehr spannend­čśŐ
      Liebste Gr├╝├če von uns

      Gef├Ąllt mir

  6. Hey ihr drei :),

    einfach nur mega! Habe es endlich wieder seit langer Zeit geschafft in eurem Blog zu st├Âbern (Schande ├╝ber mich – habe n├Ąmlich ganz viel verpasst). Unser Russischkurs ist nun auf zwei Leute geschrumpft :(, ├ťberbleibsel sind Julia und ich :D. Ich hoffe euer Russisch bringt euch ein bisschen weiter :)).

    Liebe Gr├╝├če aus dem recht k├╝hlen Heilbronn, eine gute und spannende Weiterreise und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Jenny

    Gef├Ąllt 1 Person

    • Hey Jenny,
      Sehr cool von dir zu h├Âren! Und Schande ├╝ber uns, denn wir sind mit dem Aktualisieren des Blogs ziemlich hinterher­čÖł Unser Russisch (auch wenn es noch sehr wenig ist) hat uns auf jeden Fall weitergeholfen und noch sind wir motiviert nach der Reise auf jeden Fall weiterzulernen ­čśë
      Wir sind sehr entspannt ins neue Jahr gekommen und haben w├Ąhrend der Feiertage auch an unsere Russisch-Weihnachtsfeier zur├╝ckgedacht …­čśť Wir hoffen du hattest sch├Âne Festtage und einen guten Rutsch! Viele liebe Gr├╝├če nach Heilbronn, auch an Julia und Natali

      Gef├Ąllt mir

  7. Moin ihr beiden,
    Pete und ich sitzen gerade in der S-Bahn, welche uns an unseren Lieblingsort bringt. Wir m├╝ssen gerade an euch denken, weil ihr dieses Privileg leider nicht genie├čen k├Ânnt. ­čśü In diesem Sinne w├╝nschen wir euch ein gesundes, gl├╝ckliches, rattenfreies Jahr des Hahns (okay, chinesisch Neujahr kommt eigentlich erst noch ­čśç) mit einem nicht endend wollenden ersten Quartal! ­čśÄ

    K├╝sschen an die Frauen ­čśŻ
    Pete und Andi

    Gef├Ąllt 1 Person

  8. Susanne Pr├╝fer 4. Januar 2017 — 11:16

    Hi Ihr beiden, einen guten Start ins Neue Jahr mit weiterhin vielen tollen Erlebnissen, an denen Ihr uns teilhaben lasst ­čÖé Hier gibt’s inzwischen den ersten richtigen Wintereinbruch mit Schneesturm in den Bergen und sogar f├╝r Stuttgart ist Schnee mit Liegenbleiben bei zweistelligen Minus-Temperaturen angesagt… Hoffe, Ihr hattet sch├Âne Weihnachtstage und kommt heil durch die n├Ąchsten Monate. Liebe Gr├╝├če Susi

    Gef├Ąllt 1 Person

    • Vielen Dank, Susi und auch dir alles Liebe f├╝r 2017! Hoffentlich bist du gut reingerutscht?
      Stuggi mit zweistelligen Minusgraden kann man sich kaum vorstellen! Hoffentlich findet sich Zeit f├╝r ein bissle Skifahren? ­čÖé
      Wir sind aktuell in der N├Ąhe von Kermanshah, im Nordwesten Irans – hier ist’s zwar auch kalt, aber zum Gl├╝ck noch nicht zweistellig unter Null… ­čÖé
      Weihnachten war super, Pia’s Papa und Schwester hatten uns im Iran besucht und ├╝ber die Feiertage waren wir gemeinsam in einem kleinen W├╝stendorf.
      Liebe Gr├╝├če ins eisige Stuggi und bis bald!

      Gef├Ąllt mir

  9. Quak quak quak

    Gef├Ąllt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gef├Ąllt das: